Gebäudesanierung

Die Heizungsemission stellt einen der größten Einzelposten in unserem Big Picture dar. Thermische Gebäudesanierungen sind deshalb ein zentraler Baustein der Klimaneutralität. Einerseits kann mit EINER Maßnahme ein großer Betrag deutlich reduziert werden. Andererseits müssen sehr viele (verschiedene) Gebäude angepackt werden. Sie alle haben aber etwas gemein: Irgendwann kommt jedes Gebäude und auch jedes einzelne Bauteil in die Jahre. Es muss repariert oder ersetzt werden. Und dann gibt´s nur eine Devise: den bestmöglichen Energiestandard einsetzen. Die Mehrkosten lohnen sich!

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Was ist zu tun?
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Sanierungsqualität

Das Wichtigste. Noch viel zu oft werden beschädigte Bauteile durch neue Bauteile von mäßiger Qualität eingesetzt, "Pinselstrich-Sanierungen" und halbherzige energetische Modernisierungen durchgeführt. Diese Fehlentscheidungen wirken sich mitunter auf Jahrzehnte aus! Man muss es sogar so formulieren: Besser gar nicht sanieren als halbherzig. Konkret bedeutet das in aller Kürze: Alle opaken (also nicht transparenten) Flächen sollten auf einen U-Wert von 0,15 W/m²K gebracht werden. Neue Fenster weisen einen Gesamt-U-Wert von 0,85 W/m²K auf. Viele interessante Details sind auf der PHI-Website zu finden.


Sanierungsrate

Derzeit liegt die Sanierungs- oder Erneuerungsrate bei rund 1%. Das bedeutet, dass jährlich 1% aller Gebäude vollsaniert, bzw. 1% aller Gebäude-Außenflächen saniert werden. Damit sind auch Teilsanierungen erfasst. Wir werden es nicht schaffen, diese Quote in wenigen Jahren auf 3 oder 5% anzuheben. Erstens, weil es sehr unwirtschaftlich ist, Bauteile mit einer Lebensdauer von 50 oder mehr Jahren nach 20-30 Jahren zu ersetzen, zweitens weil uns schlicht und ergreifend die handwerklichen Kapazitäten fehlen, um das Volumen zu verdrei- oder -fünffachen.

Eine Erhöhung der Rate ist unbedingt anzustreben; realistisch scheint ein Wert von 1,5%, über die nächsten 20 Jahre gemittelt. Damit können immerhin die "schlechtesten" 30% unserer Gebäude (Heizwärmebedarf > ~120 kWh/m²a) saniert werden, was den Heizenergiebedarf des Gebäudebestands sogar um 45% reduziert.

Darüber hinaus ist die Erneuerungsrate bei den Fenstern deutlich höher - diese werden im Schnitt alle 30 Jahre getauscht. Damit können bei einem weiteren Drittel der Gebäude hochwertige Fenster eingesetzt werden, was den Heizenergiebedarf des gesamten Bestands weiter reduziert (um etwa 10%).

Nachdem wir auch noch davon ausgehen müssen, dass die globale Erwärmung fortschreitet und die mittlere Temperatur hierzulande um weitere zwei Grad ansteigen wird, kann der Heizenergiebedarf gegenüber heute um fast zwei Drittel reduziert werden.


Effiziente Gebäudetechnik

In einem Gebäude mit minimalem Energieverbrauch ist die Effizienz der Gebäudetechnik zweitrangig. Im Jahr 2040 wird aber ein großer Teil des Bestands noch unsaniert und von mäßiger energetischer Qualität sein. Umso wichtiger ist es, hier auf hocheffiziente Technik zu setzen. Heizgeräte werden im Durchschnitt nach 25-30 Jahren erneuert. Gebäude, die im Jahr 2040 noch einen Heizwärmebedarf im Bereich von 60 bis 120 kWh/m²a aufweisen werden, sind deshalb mit Wärmepumpen auszustatten, die mit höchsten Jahresarbeitszahlen arbeiten, oder aber - nach Möglichkeit - an ein abwärme-gespeistes Nahwärmenetz anzuschließen.


Erneuerbare Energien...

...stehen nicht endlos zur Verfügung. Weder unsere Biomasse noch erneuerbar produzierter Strom für Wärmepumpen reichen aus, um den derzeitigen Energiehunger unserer Gebäude zu decken. Erst wenn der Energiebedarf drastisch gesenkt wurde, ist eine Vollversorgung mit Erneuerbaren vorstellbar.

Die Devise muss deshalb immer lauten: Effizienz vor Erneuerbaren! In unserem Szenario für 2040 ist dies weitgehend der Fall; in etwa die Hälfte der Heizenergie wird dann von Wärmepumpen eingebracht, die wiederum mit elektrischer Energie aus erneuerbaren Quellen betrieben werden. Die andere Häfte des Gebäudebestands, vorwiegend im städtischen, verdichteten Bereich wird über Nahwärmenetze versorgt werden, deren Quellen industrielle Abwärme und Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sein werden.

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Co-Benefits: Angenehme Begleiterscheinungen
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Ökonomie

Jede thermische Sanierung wirkt sich positiv auf die Handelsbilanz Vorarlbergs aus. Bau- und Baunebengewerbe, Fensterproduktion; das alles stellt (zumeist) Wertschöpfung in unserem Land dar. Um das Volumen mit einer Zahl zu verdeutlichen: Wir sprechen von 30-40 Mio. m² Außenwand, die in den nächsten 50 Jahren mit Dämmung zu versehen sind; zumindest ein Drittel davon in den nächsten 20 Jahren. Hinzu kommen Dächer, Kellerdecken und über 5 Mio. m² Fenster.


Berücksichtigt man nur die Mehrkosten für die hochwertige energetische Sanierung (rund 200 € pro m²WNF), beträgt die jährliche Wertschöpfung in Vorarlberg etwa 80 Mio. € - damit sind über 2000 Arbeitsplätze verbunden. Demgegenüber kann der Import von Brennstoffen jährlich um etwa über 5 Mio. € reduziert werden, was sich bis 2040 auf über 100 Mio. € jährlich aufsummiert.


Hinzu kommt, dass im Euro der Gebäudesanierung wesentlich mehr Arbeitskraft steckt als im fossilen Brennstoff: Während im Baugewerbe etwa 270 Arbeitsplätze je 10 Mio.€ Werschöpfung verankert sind, arbeiten in der Mineralölraffination nur etwa 60 (und das außerhalb von Vorarlberg). (Quelle Grafik: VCÖ)


Gesundheit und Wohnqualität

Je besser ein Gebäude gedämmt ist, umso höher die thermische Behaglichkeit. Keine kalten Oberflächen, keine Zugerscheinungen durch mangelhafte Luftdichtheit. Außerdem wird durch den hohen Dämmstandard auch Kondensat- und Schimmelbildung unterbunden - ein besonders wichtiger Gesundheitsaspekt. Und letztlich: Was gegen Kälte hilft, ist auch gegen Hitze gut. Gerade in Obergeschossen und Dachausbauten ist die dicke Dämmung im Sommer Gold wert. (Gegen Überhitzung durch Sonneneinstrahlung hilft - wie bei allen Gebäuden - eine hochwertige außenliegende Beschattung.)


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Rahmenbedingungen
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Hochwertige Beratung

Richtige Entscheidungen sind eine Frage des Wissens! Eine hochwertige Sanierungsberatung für private, gewerbliche und öffentliche Eigentümer stellt deswegen die wichtigste Voraussetzung dar. Die öffentliche Unterstützung für diese Beratung - sei es durch das Land oder durch Kommunen - kostet wenig und bringt allen Beteiligten viel.


Förderungen: Fokus auf niedrigen Energieverbrauch

Fördermittel dürfen nur für die jene Maßnahmen ausgeschüttet werden, die dem Ziel der Klimaneutralität dienen. Bevor ein Gebäude halbherzig saniert wird, soll die Sanierung besser verschoben werden!

Die Sanierungsförderung ist deshalb an den energetischen Standard zu koppeln. Bei Vollsanierungen zählt der Heizwärmebedarf nach Energieausweis, bei Teilsanierungen die Bauteilqualität.


Raus aus dem Öl - ja, aber...

Unsere Erneuerbaren reichen nicht aus, um den Gebäudebestand mit dem aktuell hohen Energieverbrauch zu versorgen. Der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energiequellen kann nur gelingen, wenn der Fokus auf die Effizienz gelegt wird: Insbesondere jenes Bestandsdrittel mit dem höchsten Bedarf muss energetisch saniert werden, damit der Einsatz von Erneuerbaren sinnvoll ist. Deshalb: Keine Kesseltausch-Förderung für Gebäude mit hohem Energieverbrauch! Für jüngere Gebäude mit mittlerem Verbrauch bis zu 120 kWh/m²a muss hocheffiziente Technik herhalten. Luft-Wärmepumpen sind hierfür beispielsweise nicht geeignet. Hohe Jahresarbeitszahlen von über 4,5 sind nur mit Nutzung von Erdwärme zu erreichen. Bei sehr gutem Standard (etwa <25 kWh/m²a) kann die Technik hingegen viel einfacher und kostengünstiger sein - hier genügt eine Jahresarbeitszahl von >2,5.


Kapazitäten schaffen

Die heutigen Kapazitäten werden nicht ausreichen, um das Sanierungsvolumen zu bewältigen. In verschiedenen Bereichen werden mehr Handwerker benötigt - eine Ausbildungsoffensive für diese Bereiche könnte helfen, Engpässe zu vermeiden.

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Konfliktpotenziale / Transformationsbedarf
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Wer den Energieverbrauch in seinem sanierungsbedürftigem Gebäude auf ein Minimum reduziert, gehört in jedem Fall zu den Gewinnern. Vom wachsenden Sanierungsvolumen profitieren aber auch Installateure, Fensterbauer und andere Handwerksunternehmen im Bau- und Baunebengewerbe. Weiters werden Kommunen Kosten einsparen, da die Abgasmessungen bei Öl- und Gasfeuerungen gemäß Luftreinhaltegesetz massiv reduziert werden.


Die Umsätze im Brennstoffhandel hingegen werden zwangsläufig zurückgehen, bei den fossilen Brennstoffen sogar gegen Null. 

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Wen betrifft das Ganze?
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Auftraggeber

Jede Privatperson, die im Besitz eines Eigenheims ist, Wohnbaugenossenschaften, jeder gewerbliche und jeder öffentliche Bauherr: Früher oder später kommen sie alle in die Situation, Gebäude zu sanieren.


Land und Kommunen

...können über Fördermaßnahmen und andere Strategien Einfluss nehmen.


Sanierungsexperten

Hochwertige Sanierungen sind mit viel Knowhow verbunden. Bestens ausgebildete Energie- und Sanierungsberater sorgen für die richtige Beratung und das passende Konzept.

Goldenes Handwerk

Ohne Fachhandwerker keine Sanierung: Das beste Konzept hilft nicht, wenn es schlecht oder gar nicht umgesetzt wird. Menschen mit hoher Qualifikation und handwerklichem Geschick - was täten wir ohne sie!

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Was jede(r) Einzelne tun kann.
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Nichts,

wenn Sie in der glücklichen Lage sind, bereits in einem Gebäude mit sehr niedrigen Energiekosten zu wohnen.


Auf Ihren Vermieter einwirken,

wenn Sie in Miete wohnen und das Gebäude bald zur Sanierung ansteht: Nur die thermisch hochwertige Sanierung zahlt sich langfristig aus!


Die richtige Entscheidung treffen,

wenn Sie ein Eigenheim besitzen und das Gebäude oder einzelne Bauteile sanierungsbedürftig sind: Nehmen Sie hochwertige Beratung in Anspruch und wählen Sie den besten energetischen Standard!


Akteure bei KlimaVOR!
10 Akteuren

Biosphärenpark Großes Walsertal

Albert Rinderer
Boden 34
6731 Sonntag
Österreich

Denkwerkstatt für weniger

Christof Drexel
Kennelbacherstraße 36a/3
6900 Bregenz
Österreich

DI Erich Reiner

Ingenieurbüro für Holzwirtschaft und Bauphysik
Platz 39
6870 Bezau
Österreich

doma vkw Energietechnik GmbH

Helmut Burtscher, Martin Frick
Sonnenstraße 1
6822 Satteins
Österreich

Energieinstitut Vorarlberg

Stadtstraße 33
6850 Dornbirn
Österreich

Energieprojekte - Beratung - Planung

Gerhard Ritter
Bühel 740
6866 Andelsbuch
Österreich

Ernst Schweizer GmbH

Ernst Bertsch
Sonnenstraße 1
6822 Satteins
Österreich

Planungsteam

Bernd Krauß und Stephen Kaltheier
Impulszentrum 1135
6863 Egg
Österreich

Vertretung Österreich

Erich Reiner
Platz 39a
6870 Bezau
Österreich

Weider Wärmepumpen

Lucas Rupp
Oberer Achdamm 4
6971 Hard
Österreich
10 Akteuren