Klimaverträgliches Freizeitverhalten

Ein sehr unübersichtlicher Bereich: So viele verschiedene Aktivitäten mit so unterschiedlichen Intensitäten - und dazu auch noch viele graue Emissionen, deren genaue Quantifizierung schier unmöglich ist.


Dennoch, mit Hilfe zahlreicher Studien ist es möglich, einen groben Überblick zu erlangen. Die wichtigsten Bereiche (nach durchschnittlicher Emission in absteigender Reihenfolge) sind:

- Haustiere - vor allem deren Fleischkonsum

- Gastronomiebesuche

- (private) Internetnutzung

- Film und Fernsehen

- Motorradfahren, Schifahren, Schwimmen (indoor)

- Theater- und Konzertbesuche

- Openair-Konzerte

- Sport-Großveranstaltungen

- Eislaufen / Eishockey


Wichtig: Hier sprechen wir nur von jenen Emissionen, die durch die Aktivität selbst verursacht werden. Oft ist die Anreise zu einer Freizeitaktivität mit noch mehr Emissionen verbunden - wenn man beispielsweise zwei Stunden mit dem (benzinbetriebenen) PKW anreist, um eine Skitour zu machen. In diesem Fall wär der ÖPNV eine große Hilfe. Jedenfalls sind Anreise und ggf. erforderliche Übernachtungen in den jeweiligen Bausteinen behandelt.


Übrigens verursachen viele andere Aktivitäten fast gar keine Emissionen, wie diese schöne Grafik zeigt (Warum Meerschweinchen das Klima retten. (c) Lisa Borgenheimer).

Akkordeon auf-/zuklappen stimmen nicht überein
Bedeutung und Umfang in Vorarlberg
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Der Durchschnitts-Österreicher verursacht eine THG-Emission von ca. 1,3 Tonnen pro Jahr für all diese Aktivitäten (inkl. Haustiere). Für ganz Vorarlberg kommen somit 520.000 Tonnen CO2 zusammen (wobei ein großer Teil davon im Ausland emittiert wird) - das sind über 10% der gesamten Emission!


Quelle der Daten: Zwei Grad. Eine Tonne.

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Was ist zu tun?
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Wir haben die Wahl: Heliskiing oder Skitouren, Motorradfahren oder Mountain-Biken. Großer Hund oder kleiner Hund, Katze oder Meerschweinchen - Details siehe "Was jede(r) Einzelne tun kann".


Im großen Stil sind Verhaltensänderungen dann denkbar, wenn erstens die Klimaschädlichkeit einzelner Aktivitäten bekannt ist und zweitens sich klimafreundliches Verhalten in der Gesellschaft immer mehr etabliert. Letzteres ist auf gutem Weg; was die Information zum ersten Punkt anbelangt, besteht aber Nachholbedarf: Tourismusregionen (im Einzelnen oder auch als Land Vorarlberg) können über die Klimawirkung von verschiedenen Sport- und Freizeitaktivitäten informieren und auf diese Art und Weise dem sanften Tourismus auf die Sprünge helfen. Und was wir unseren Gästen kommunizieren kommt auch bei der heimischen Bevölkerung an.

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Effekte: Was erreichen wir damit?
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Immer wieder überraschend, wie sehr wir die Emissionsbilanz mit unserem Lebensstil beeinflussen können: Wer anstelle von emissionsintensiven Aktivitäten auf körperliche Fitness setzt und zudem ohne (oder mit einem vegetarischen) Haustier auskommt, reduziert seinen Fußabdruck gegenüber dem Durchschnitt schon um rund 50%. Legt man es darauf an, sind auch 70% machbar, doch ist diese Radikalität nicht jedermanns Sache und auch nicht erforderlich: Setzen wir gesamthaft nur 30% Reduktion an, entspricht das in Vorarlberg schon einer Emission von über 150.000 Tonnen CO2.

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Co-Benefits: Angenehme Begleiterscheinungen
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Wer statt einer Ausfahrt mit dem Motorrad eine Tour mit dem Fahrrad unternimmt, tut seinem Körper unzweifelhaft Gutes. Und somit auch unserem Gesundheitssystem. Außerdem atmen viele Anrainer von beliebten Ausflugsstraßen auf: Es wird ruhiger an den Wochenenden. Ähnliches gilt für Langlaufen oder Skitouren statt Liftfahren, und manches andere.

Und wer seine Fitness durch aktive Mobilität (Gehen, Radfahren) im Alltag erhält, spart sich bares Geld: Sowohl für das Fitness-Center als auch für die Autofahrt.


Eine Menge Nebennutzen im privaten wie im gesellschaftlichen Bereich!

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Rahmenbedingungen
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Neben den bereits erwähnten Kommunikationsaufgaben ist es schwierig bis unmöglich, spezifische Lenkungsmaßnahmen für alle einzelnen Aktivitäten zu gestalten. Das einzig wirksame Instrument ist die so dringend erforderliche CO2-Steuer.

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Konfliktpotenziale / Transformationsbedarf
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Die Entwicklung zu nachhaltigerer Freizeitgestaltung kann nicht allen gefallen: Anbieter von emissionsintensiven Aktivitäten werden mit sinkender Nachfrage konfrontiert sein - auch Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. So ehrlich muss man sein: Aktive Mobilität statt Fitness-Center ist gut für das Klima und die eigene Geldbörse - Arbeitsplätze werden damit aber definitiv nicht geschaffen. Das müssen wir in diesem Bereich zur Kenntnis nehmen und Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt akzeptieren.

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Wen betrifft das Ganze?
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Uns alle! Und jene, die an den Rahmenbedingungen für einen sanfteren Tourismus und für emissionsärmere Freizeitaktivitäten arbeiten können, ganz besonders.

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Was jede(r) Einzelne tun kann.
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An dieser Stelle ist es besonders wichtig hervorzuheben, dass in dieser Rubrik nur Möglichkeiten aufgelistet werden, keine Empfehlungen oder gar Forderungen. Wir haben in fast allen Bereichen unseres Lebens die Möglichkeit, den Fußabdruck alleine durch unser Verhalten um durchschnittlich zwei Drittel zu verringern. Es wird aber fast niemanden geben, der all diese Potenziale ausschöpft. Das ist aber auch nicht erforderlich - in Summe genügt es, wenn wir unseren Fußabdruck lebensstilbedingt um rund ein Drittel reduzieren, mit welchen Möglichkeiten immer. Den Rest machen wir mit Effizienz und Erneuerbaren. Dies als Hinweis - weil speziell das Thema der Haustiere ein sehr emotionales ist.


  • auch wenn es unter Fachleuten kontrovers diskutiert wird: vegetarische Ernährung des Haustiers (und/oder mit Bio-Produkten) in Betracht ziehen
  • einen kleinen Hund einem großen vorziehen
  • sich für ein Meerschweinchen statt einer Katze entscheiden
  • ein Haustier im Familienverbund besitzen oder ganz darauf verzichten
  • das Joggen im Freien dem Fitnessstudio vorziehen
  • sportliche Aktivitäten ohne Einsatz von Fremdenergie (Treibstoffe, elektrische Energie) bevorzugen und energieintensive Tätigkeiten reduzieren
  • Hobbys und sportliche Aktivitäten bevorzugen, die mit geringen Kosten verbunden sind
  • die erforderliche Ausstattung vielleicht mit anderen teilen und, wann immer möglich, langlebige Produkte wählen
  • den Besuch von Großveranstaltungen zur seltenen Ausnahme machen
  • nützlichen Hobbys wie Heimwerken, Gartenarbeit, Basteln oder Nähen nachgehen
  • Zeit mit guten Freunden verbringen
  • freie Zeit mit einem Buch, bei Musik oder bei einem Spaziergang in der freien Natur genießen


Akteure bei KlimaVOR!
4 Akteuren

Biosphärenpark Großes Walsertal

Albert Rinderer
Boden 34
6731 Sonntag
Österreich

ebike-factory

Gerhard Fischbacher
Lehrer-Albrich-Weg 11
6845 Hohenems
Österreich

Radlobby Vorarlberg

Johannes Götz
In Fängen 10
6850 Dornbirn
Österreich

Vorradeln

Raum für Fahrradkultur
Eisengasse 7
6850 Dornbirn
Österreich
4 Akteuren