Wohnen: Neubau klimaverträglich gestalten.

 

Dieser Baustein weist inhaltlich viele Ähnlichkeiten mit der Gebäudesanierung auf. Während uns die Sanierung des Bestands aber vor große Herausforderungen stellt, ist es im Neubau (eigentlich) sehr einfach, die Klimaziele zu berücksichtigen. Weil es ganz einfach wirtschaftlich sinnvoll ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen. In keinem Bereich kann man mit Effizienz mehr Erreichen, als bei der Beheizung von Gebäuden - gegenüber dem Bestand sind Reduktionen von 90% möglich und wirtschaftlich umsetzbar. Aber nicht nur die Beheizung, auch das Bauen selbst verursacht relevante Emissionen. Hier ist die Bauweise bzw. die Baustoffwahl von großer Bedeutung.

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Was ist zu tun?
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Bauweise

Die Zahlen machen deutlich: Das Potenzial von ressourcenschonendem Bauen ist enorm. Die Holzrahmenbauweise ist i.d.R. nur unwesentlich teurer und kann dafür mit viel kürzerer Bauzeit punkten. Was diese Grafik sehr schön zeigt: Während die ressourcenschonende Bauweise zu einer Halbierung der Emissionen führt, verursacht der hohe Energiestandard des Passivhauses (PH) gegenüber der Bautechnikverordnung (BTV) nur eine marginale Erhöhung der grauen Emission.

Datenquelle Grafik: klinawo


Einfach umsetzen!


Energiestandard

Energieeffizienz ist wirtschaftlich. Es spricht nichts dagegen, noch etwas mehr Geld in die Hülle zu stecken und dafür die Betriebskosten zu reduzieren. Ein Gebäude mit einer Energiekennzahl von 15-20 kWh/m²BGF verursacht dieselben Lebenszykluskosten wie eines mit z.B. 30 - die Heizungs-Emission ist aber nur halb so groß!


Gebäudetechnik

Wärmepumpen stellen den Stand der Technik dar, sie nehmen im Neubau heute schon einen Marktanteil von über 50% ein. Wird der wirtschaftliche, hohe Energiestandard umgesetzt, muss die Technik nicht mehr allerhöchste Effizienz aufweisen: Auch kostengünstige Luft-Wärmepumpen sorgen für niedrige Emissionen und Betriebskosten.


Der zweite wichtige Wärmelieferant sind Wärmenetze. Wo immer sich die Möglichkeit eines Anschlusses bietet, sollte sie in Betracht gezogen werden. Wärmenetze werden zukünftig ausschließlich "grün"versorgt - neben erneuerbaren Energien können auch Abwärmepotenziale aus der Industrie oder aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) genutzt werden.


Biomasse ist hingegen für die Bereitstellung von Raumwärme zu schade: Wir benötigen sie für die hohen Temperaturen in der Industrie und für die Stromerzeugung. Biomasse-Heizwerke werden künftig auch Strom liefern und "nur" noch die Abwärme an das Wärmenetz liefern.


Eine gute Übersicht der zukünftigen Wärmeversorgung liefert die Studie "Strukturwandel im Heizkeller". (Download-Button folgt nach Veröffentlichung der Studie)


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Effekte: Was erreichen wir damit?
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Die Emissionen für die Errichtung der Gebäude könnten durch ressourcenschonendes Bauen halbiert werden - Einsparung rund 75.000 Tonnen CO2 - knapp 2% unserer Gesamtemission! Die Verbesserung des Neubaustandards bringt eine weitere Verbesserung mit sich, vor allem aber erleichtert er die vollständige Umstellung auf Erneuerbare. 


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Co-Benefits: Angenehme Begleiterscheinungen
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Mehrfachnutzen durch Erhöhung des Holzbauanteils

Die Erhöhung des Holzbauanteils führt zu mehr regionaler Wertschöpfung. Davon profitieren Vorarlberger Waldbesitzer, Säger, Zimmerer, Tischler und Fensterbauer. Achten Sie aber auf die regionale Herkunft und das Label "Holz von Hier"! Außerdem verkürzt der hohe Vorfertigungsgrad die Bauzeit relevant, was auch einen monetären Nutzen darstellt. Und letztlich ist Holz ein natürlicher Baustoff und trägt zu einer gesunden Wohnumgebung bei.


Regionale Wertschöpfung durch höhere Energiestandards

Auch die höheren Energiestandards sind gut für unsere Handelsbilanz: Die (geringfügigen) Mehrkosten kommen der heimischen Bauwirtschaft zugute, der geringere Energiebedarf reduziert den Import von Gas und Winterstrom.



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Rahmenbedingungen
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Hochwertige Beratung

Die Bedeutung des ressourcenschonenden Bauens ist noch viel zu wenig bekannt. Neben den Aspekten der Betriebsenergie muss dieses Thema zukünftig einen gleichwertigen Schwerpunkt der Beratung darstellen. 


Bautechnikverordnung

Die Mindestanforderungen der aktuellen Bautechnikverordnung entsprechen bei Weitem nicht dem Kostenoptimum und lassen Gebäude zu, die nicht mit den Klimazielen vereinbar sind. Darüber hinaus sind Neubauten mit fossilen Heizungen nach wie vor zulässig, sodass der Gasanteil im Neubau seit knapp 10 Jahren unverändert bei etwa einem Viertel des Neubauvolumens liegt.


Die Bautechnikverordnung sollte daher bis 2024 stufenweise wie folgt angepasst werden:


1. Erhöhung des Anforderungsniveaus an den Heizwärmebedarf auf "10er-" oder "11er-Linie" nach OIB (entspricht HWB-Werten von etwa 18 bis 25 kWh/m2BGFa, für EFH max. 30 kWh/m2BGFa).


2. Stufenweises Verbot fossiler Heizsysteme und elektrischer Direktheizungen im Neubau; alternativ Festlegung strenger CO2-Mindestanforderungen von 8 bis 9 kg/m2BGFa, die mit fossilen Heizungen und elektrischen Direktheizungen nur schwer erreichbar sind.


3. Festlegung strengerer Primärenergie-Bedarfs-Werte, um Mindestanforderungen an die Effizienz der regenerativen Heizsysteme zu definieren.


4. PV-Gebot: Photovoltaikanlagen können längst wirtschaftlich betrieben werden. Hierfür geeignete Gebäudeflächen sollen deshalb verpflichtend genutzt werden.


Förderungen

Auch wenn hohe Effizienz im Lebenszyklus schon heute wirtschaftlich ist, sollten die Energieboni der Wohnbauförderung erhalten werden. Sie sollten allerdings auf sehr hohe energetische Qualitäten beschränkt werden.


Für eine zielgerichtete Förderung ressourcenschonender (Holz-)Bauweise müssen taugliche Kriterien und Förderinstrumente entwickelt werden.


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Konfliktpotenziale / Transformationsbedarf
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Eine Erhöhung des Holzbauanteils führt zwangsläufig zu weniger Volumen im Massivbau. Die Absätze von Ziegel und Beton werden somit langsam schrumpfen und damit auch die verarbeitenden Baumeister und Handwerksunternehmen. Obwohl regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Summe wachsen werden, fordert die Transformation auch Opfer. Langfristige Strategien der öffentlichen Hand können zur Abfederung der Auswirkungen beitragen. 

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Wen betrifft das Ganze?
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Auftraggeber

Jede Privatperson, die ein Eigenheim errichten möchte, jeder gewerbliche und jeder öffentliche Bauherr.


Land und Kommunen

...können über Fördermaßnahmen und andere Strategien Einfluss nehmen.


Architekten und Haustechnikplaner

...müssen die verbesserten Standards umsetzen. Dabei ist die wirtschaftliche Gestaltung dieser Standards noch kein Mainstream - Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich müssen aufgewertet werden.


Energieberater

Hochwertige Neubauten sind mit viel Knowhow verbunden. Bestens ausgebildete Energieberater sorgen für die richtige Beratung und das passende Konzept.

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Was jede(r) Einzelne tun kann.
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Nichts,

wenn Sie in der glücklichen Lage sind, bereits in einem Gebäude mit sehr niedrigen Energiekosten zu wohnen.


Die richtige Entscheidung treffen,

wenn Sie ein Eigenheim errichten wollen: Nehmen Sie hochwertige Beratung in Anspruch, entscheiden Sie sich für eine ressourcenschonende Bauweise und wählen Sie den besten energetischen Standard!



Akteure bei KlimaVOR!
9 Akteuren

Denkwerkstatt für weniger

Christof Drexel
Kennelbacherstraße 36a/3
6900 Bregenz
Österreich

DI Erich Reiner

Ingenieurbüro für Holzwirtschaft und Bauphysik
Platz 39
6870 Bezau
Österreich

doma vkw Energietechnik GmbH

Helmut Burtscher, Martin Frick
Sonnenstraße 1
6822 Satteins
Österreich

Energieinstitut Vorarlberg

Stadtstraße 33
6850 Dornbirn
Österreich

Energieprojekte - Beratung - Planung

Gerhard Ritter
Bühel 740
6866 Andelsbuch
Österreich

Ernst Schweizer GmbH

Ernst Bertsch
Sonnenstraße 1
6822 Satteins
Österreich

Planungsteam

Bernd Krauß und Stephen Kaltheier
Impulszentrum 1135
6863 Egg
Österreich

Weider Wärmepumpen

Lucas Rupp
Oberer Achdamm 4
6971 Hard
Österreich
9 Akteuren